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Der Fachwerkbau verschönert noch heute das Bild vieler Altstädte und Dorfkerne. Man ist überrascht über die guterhaltene Vielzahl unterschiedlicher Konstruktionsdetails und Schmuckelemente. Dabei sind regionalen Unterschiede deutlich.

In den letzten Jahren sind diese schönen Häuser wieder mehr in den Fokus gerückt. Nun stellt sich die Frage einer sachgerechten Restaurierung, Instandhaltung und Pflege dieser wichtigen zu erhaltenden Bausubstanz.

Bei der Restaurierung von Fachwerkbauten ist die Wahl geeigneter Materialien sehr wichtig. Fachwerkhäuser wurden über hunderte von Jahren gepflegt und Instand gesetzt, doch in den letzten Jahrzehnten haben einige neue Materialien und Methoden mehr Schaden als Nutzen gebracht.

Da Holz bei stetiger Feuchtigkeitsbelastung und unter starken UV- Einfluss innerhalb weniger Jahre erheblich verwittern kann, ist es wichtig ein Anstrichmaterial zu verwenden, das das Feuchtigskeitsniveau im Holz niedrig hält. Das erreicht man mit einer diffusionsoffenen und elastischen Farbe, die den natürlichen Schwindverhalten des Holzes und dessen Dimensionänderungen problemlos folgen kann.

Reine Leinölfarben ohne chemischen Zusätzen, Lösungsmitteln und Harzzusätzen wurden traditionell für Fachwerkhäuser verwendet und finden mittlerweile zum Glück wieder vermehrt Anwendung. Die geringe Molekülgröße sorgt für ein sehr gutes Eindringvermögen und eine hohe Witterungsbeständigkeit. Leinölfarben bleiben flexibel und neigen nicht zum Abblättern. Das Bindemittel der Leinölfarben (Leinöl) trocknet chemisch, d.h. Leinöl nimmt aus der Luft Sauerstoff auf und vernetzt sich dadurch zu einem elastischen Farbfilm. Bei der Wahl einer Farbe mit natürlichen Erdpigmenten, sorgen die Pigmente zusätzlich für ein UV-Schutz.

Da übermäßige Feuchtigkeit/Nässe im Holz zur Fäulnisbildung führt, ist der Feuchteschutz der Fachwerkhölzer von besonderer Bedeutung. Gerade die inne liegenden und dem Gefache zugewandten Seiten, nehmen leicht Feuchtigkeit durch Risse in den Fugen auf. Diese Feuchtigkeit muß nach draußen problemlos abtrocknen können. Daher benötigt man für den Anstrich ein diffusionsoffenes Material. Die Wasserdampfdurchlässigkeit (beschrieben durch den Sd-Wert) von Leinölfarben liegt zwischen 0,879 und 1,584. Das heißt Leinölfarben sind dicht genug kein Wasser bis ans Holz zu lassen, aber sie sind gleichzeitig offen genug, um Wasserdampf passieren zu lassen. Entscheidend für einen niedrigen Sd-Wert spielt die Schichtdicke des Anstriches. Deshalb ist es notwendig Altanstriche zu entfernen.

Leinölfarbanstriche verwittern allmählich und das oberflächlich. Verliert die Farbe an Glanz, dann kann sie durch einen einfachen dünnen Anstrich mit Leinölfirnis erneuert werden.

In den skandinavischen Ländern findet man wunderbare Beispiele für über Jahrhunderte alte und gut erhaltene Fachwerkhäuser. Leinölfarben und Kalkanstriche haben dort lange Tradition und wurden durchgängig verwendet. Dort weiß man von den guten Eigenschaften natürlicher Materialien und schätzt diese sehr. Die Erfahrungen mit diesen Materialien wurden weitergegeben und das Wissen darüber erhalten.

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