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Kann man Leinölfarbe auf Altanstriche, wie Acryl-, Dispersionsfarben oder Alkydfarben auftragen?

Ja und nein. Leinölfarbe kann auf diesen Produkten haften, wenn sie angeschliffen werden und entfettet worden sind.

Möchte man die gute Eindringtiefe und beste Haftung der Leinölfarben auf Holzuntergründen erreichen, dann gibt es keinen anderen Weg, als die Altanstriche komplett zu entfernen.

Eine einfachere und brauchbare Alternative wäre, die losen Farbschichten mit einem Farbschaber zu entfernen, gründlich zu schleifen und dann mit Leinölfarben den „festen“ Untergrund zu streichen. Vielleicht hat man das Glück, dass die auf dem Untergrund zurückgebliebenen Altanstrichreste gut halten, sollten sie sich lösen, dann muß man diese abschaben und die Behandlung wiederholen. 

Warum trocknet die Leinölfarbe nicht?

Wahrscheinlich ist einer oder mehrere der unten genannten Probleme aufgetreten:

  1. Man hat die Leinölfarbe viel zu dick aufgetragen. Wenn die Farbe wie eine „Pfütze“ auf der Oberfläche steht/schwimmt, dann trocknet nur eine dünne hautartige Schicht auf der Oberfläche der Farbschicht. Bis unter diesen dünnen Schicht kann der notwendige Sauerstoff nicht durchdringen, die Leinölfarbe trocknet nicht oder nur sehr sehr langsam. Es bleibt keine andere Möglichkeit, als die zu dick aufgetragene Leinölfarbe abzuschaben und danach eine neue sehr dünne Schicht aufzutragen.
  2. Die Leinölfarbschicht hat nicht genug UV-Licht bekommen, wahrscheinlich weil der Gegenstand in einem zu dunklen Raum/Werkstatt gestrichen wurde. Stellen Sie den Gegenstand ins Tageslicht oder wenn das nicht möglich ist, besorgen Sie eine Tageslicht-, UV-Lampe und bestrahlen den Gegenstand für einige Stunden, dann härtet der Leinölanstrich bald aus.
  3. Der Pigmentanteil in der Farbe ist zu hoch und hemmt den Härteprozeß. Hier brauch man einfach viel Geduld.
  4. Das Leinöl in der Farbe enthält noch härtungshemmende Schleimstoffe von der Pressung, die nicht entfernt wurden.
  5. Der Gegenstand befindet sich in einem Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit, sehr niedriger Temperatur oder „stillstehender“ Luft. Physikalische Verhältnisse, die die Geschwindigkeit des chemischen Härtungsprozesses herabsetzen. Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit kann sich zusätzlich eine Schimmelschicht auf dem Leinölanstrich bilden, bevor die Farbe komplett ausgehärtet ist.

Wie lange dauert es, bis eine Leinölfarbe trocken/ausgehärtet ist?

Normalerweise ist eine Leinölfarbe nach Minimum 2 Tagen „staubtrocken“, abhängig von den in der vorherigen Frage geschilderten Umstände. Die Farbschicht ist jedoch nicht vor 7-8 Tagen durchgehärtet.

Der Härtungsprozeß kann auf 10-12 Stunden verkürzt werden mit Hilfe von Sikkativen. Sikkative sind verschiedene Stoffe z.B. Kobalt, Mangan oder Eisen, die die Sauerstoffaufnahme im Öl verbessern. Die Farbe wird dadurch jedoch leicht spröde und weniger geschmeidig.

Die Leinölfarbe wird runzelig. Was ist passiert?

Die Leinölfarbe wurde zu dick und in zu kurzen Intervallen aufgetragen. Die Farbe konnte nicht ordentlich aushärten zwischen den Anstrichen.

Die weiße Leinölfarbe gilbt, was kann man tun?

Weiße Leinölfarbe wird immer in dunklen Räumen gilben und unter Lichteinwirkung wieder „ausbleichen“. Am deutlichsten kann man das auf Fensterbrettern beobachten auf denen Blumentöpfe stehen unter denen sich dunkle gelbliche Flecken gebildet haben. Entfernt man die Blumentöpfe verschwinden die dunklen Flecken nach kurzer Zeit unter Lichteinfluß von selber. Den leicht gelben Ton kann man durch einen optischen Trick minimieren, dazu fügt man der weißen Farbe einfach eine Messerspitze Pigment in Pariserblau oder gebranntes Umbra hinzu. 

Sollte man kaltgepresstes Leinöl oder Leinölfirnis zum Anmischen einer Leinölfarbe verwenden?

Man kann beides verwenden. Traditionell wurden Leinölfarben mit Leinölfirnis hergestellt, da die Farbe dadurch robuster und glänzender wird und schneller aushärtet. Leinölfarbe angerührt mit kaltgepresstem Leinöl ist etwas poröser, weniger glänzend und langsamer aushärtend, aber genau durch diese Eigenschaften besser geeignet für Holz im Außenbereich.

Ist Leinölfarbe eine Holzschutzfarbe?

Leinölfarbe kann man nicht mit einer Holzschutzfarbe vergleichen. Holzschutzfarben haben ganz andere Eigenschaften und werden anders angewendet. Mit „Holzschutz“ meint man typischerweise einen chemischen Holzschutz, also eine dünne Imprägnierungsflüssigkeit, die häufig Petroleum oder Terpentin enthält, mit pilzhemmenden Giftstoffen versehen ist und eventuell Alkydharze und etwas Farbstoff enthält.

Verwendet man solche Holzschutzmittel muß man sich bewußt machen, dass die flüchtigen Inhaltstoffe in solchen Holzschutzmitteln die wasserabweisenden natürlichen Öle im Holz aus der Struktur herauslösen und das Holz nachhaltig schwächen.

Abgesehen davon können die pilz- und schimmelhemmenden Giftstoffe (Fungizide) nicht ins Holz eindringen und haben auf lange Sicht keinen schützenden Effekt.

Leinöl enthält keine Lösemittel oder pilzhemmenden Giftstoffe und kann daher nicht mit Holzschutzmitteln verglichen werden. Aber Leinöl kann den Verlust der natürlichen Öle durch terpentinhaltige Holzschutzmittel kompensieren.

Man sollte auch nie wasserlösliche Salze, wie bsp. Zinksulfate, in Leinölfarben mischen, um sie pilzhemmend zu machen.

Ist Leinölfarbe umweltfreundlich?

Absolut! Leinöl ist zu 100% ein Naturprodukt, es ist zu 100% abbaubar, ungiftig und hat darüber hinaus eine äußerst gute Wirkung und Haltbarkeit im Verhältnis zu dem Anwendungsbereich für das es konzipiert wurde.

Was die Leinölfarbe betrifft, so ist die Frage nach der Umweltfreundlichkeit abhängig von den Zutaten, z.B. den Pigmenten, Sikkativen und eventuellen Lösungsmitteln. Konservierungsmittel sind hier komplett unnötig.

Sikkative (Trocknungsbeschleuniger) sind nicht notwendig und Lösungsmittel erst recht nicht. Lösemittel sind in unseren Farbe nicht zu finden. Daher sehen wir von diesen Stoffen mal ab, bei der Bewertung zur Umweltfreundlichkeit von Leinölfarben.

Was die Pigmente betrifft, so sind sie komplett identisch zu den Pigmenten, die in anderen Farben verwendet werden. In diesem Punkt könnte man alle Farben gleichstellen.

Neuere Untersuchungen haben ergeben, das Leinöl und Leinölfarben unter dem natürlichen Aushärtungsprozeß eine Reihe flüchtiger organischer Verbindungen freisetzt. Der Prozeß ist nach 7 Tagen abgeschlossen. Streicht man größere Flächen im Innenbereich sollte man daher für gute Durchlüftung sorgen. Die gleiche Abspaltung flüchtiger organischer Stoffe ist übrigens ein natürlicher Prozeß, auch von anderen oxidierenden Pflanzenölen mit denen wir hantieren, so z.B. Olivenöl und Sojaöl.

 

 

 

 

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