Google+

Newsletteranmeldung

Möchten Sie unseren Newsletter abonnieren?
Donnerstag, 16 Juli 2015 18:44

Haustüren und deren Bedeutung

Written by
Rate this item
(0 votes)

Die Haustür

Wie die Hauptstadt die wichtigste Stadt im Land ist, so ist die Haustür die wichtigste Tür des Hauses. Hier passieren die wesentlichen Dinge. Gäste werden empfangen und willkommen geheißen und hier verabschiedet man sich wieder.

Und genau aus diesem Grund ist die Haustür nicht irgendeine Tür. Bis ca. 1960 war die Haustür ein wahres Meisterstück aus verschiedenen TürHandwerkstechniken. Ausgesuchte Profile, Schnitzereien, wunderschöne Bemalungen ausgeführt in komplizierten Maltechniken mit besonderen Farben, detaillierte Beschläge und Klinken ausgeführt in feinstem Gürtlerhandwerk, spezielle Fenstergläser und nicht zuletzt das Design der Tür an sich. Die Haustür sollte zur Architektur und Stilart des Hauses passen und ist nicht zuletzt auch von der regionalen Kunst geprägt.

Wechsle nie eine alte Haustür aus. Die alten Türen sind mit großem handwerklicher Wissen und Können hergestellt worden und halten daher den Anforderungen an eine Haustür viele hundert Jahre stand. Ist die Tür undicht, von Schimmel befallen, morsch und platzt die Farbe ab, dann sind das alles Probleme, die sich mühelos von erfahrenden Handwerkern beheben lassen können.

Manchmal erfordert das eine Reihe spezieller Handwerksfähigkeiten, spezielle Materialien und Methoden, u.a. Holzbildhauer, Gürtler, Dekorationsmaler und Glasermeister. Aber Spezialisten in diesen Fachgebieten lassen sich finden und die Suche sind sie allemal wert.

Die klassische Erdfarbenskala

Um Gebäude und deren wichtige Elemente hervorzuheben und zu dekorieren, hat man schon immer auf Farben und deren Wirkung zurückgegriffen. Wunderschöne und auf einander harmonisch abgestimmte Farbtöne findet man in der Natur, also in der unmittelbaren Umgebung von Haus und Hof. Goldocker, roter Ocker, Caput Mortuum, Chromoxidgrün, Pariserblau, Rußschwarz und warme und kalte Grautöne gehören zu den wichtigsten Tönen der klassischen Farben.

Die farbigen Erden werden gesiebt, geschlemmt und zu feinen Pigmentkörnern vermahlen. Um eine Farbe zu erhalten, werden die Pigmentkörner mit einem Bindemittel vermischt oder verrieben. Das kann beispielsweise Leinöl sein. Im Gegensatz zu modernen Bindemitteln, versorgt Leinöl das Holz mit Öl und eine Wasseraufnahme nach Regengüssen wird dadurch größtenteils verhindert. Leinölfarbe ist diffusionsoffen und flexibel, dadurch kann sie auf das natürlichen Schwund- und Quellverhalten von Holz hervorragend reagieren. Wurde das Holz sorgsam grundiert kann eine Leinölfarbe dazu beitragen, dass eine kunstvoll und handwerksmäßig anspruchsvoll gearbeitete Holztür bis zu 200 Jahre halten kann.  

 

(Quelle: Søren Vadstrup, Hoveddøren bevaringsværdier og istandsættelse, Center for Bygningsbevaring i Raadvad. Anvisnig til Bygningsbevaring, 2012)

Read 2862 times Last modified on Donnerstag, 16 Juli 2015 19:10
website security