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Leinöl als Bindemittel für Farben

Leinölfeld

Als Bindemittel für Malfarben verwendet man Leinöl seit der Zeit der Wikinger. Leinölfarben überzeugen durch ihre vielen verschiedenen positiven Eigenschaften. Leinöl zeichnet sich durch seine besonders gute Haftung auf fast allen Untergründen aus. Es haftet auf Metallen, Holz und Putzen. Damit bildet es eine solide Grundlage für alle späteren Farbanstriche. Außerdem besitzen Leinölfarben eine hohe Elastizität. Leinölfarben lassen sich einfach auf vorherige Ölanstriche auftragen, wobei die winzigen Moleküle des Leinöls in die Farbschichten eindringen und eine gute Verbindung zwischen den Farbschichten bilden. Der feste Farbfilm ist diffusionsoffen. 

Leinöl bildet einen festen Film durch Sauerstoffaufnahme, Oxidation, dadurch erfolgt eine Gewichtszunahme von bis zu 20%. Ist die Schichtstärke beim Auftragen/Streichen zu stark, trocknet die Farbschicht von der Oberfläche her, die Farbe runzelt, bildet Falten und führt zu unendlichen Trocknungszeiten

 

Fast alle Samen und Früchte enthalten fette Öle. Deren Qualität und Gehalt an Fettsäuren sind sehr verschieden. Fette Öle unterscheidet man, grob gesagt, in zwei Gruppen. Die nichttrocknenden und die trocknenden Öle. Als Bindemittel für Malfarben eignen sich nur die Öle, die durch Oxidation auf einen nichtsaugenden Untergrund einen „festen“ Film bilden.

 

Die gebräuchlichsten trocknenden Öle sind: Leinöl, Mohnöl, Sonnenblumenöl und Nussöl. Leinöl ist das am schnellsten trocknende Öl und deshalb sehr gut geeignet als Bindemittel. Die anderen Öle waren in ihrer Herstellung teurer und haben deutlich längere Trockenzeiten als Leinöl. In der Anwendung als Malmittel hat sich Leinöl vor den anderen trocknenden Ölen durchgesetzt und mit der Zeit deutlich bewährt. 

Aus den reifen Samen der Flachspflanze gewinnt man durch Pressen Leinöl. Man presst nur Leinsamen, die 30-40% Öl enthalten. Die Reinheit, Herkunft und Wachstumsbedingungen und die Art der Herstellung bestimmt die Qualität des Öles. Bei kaltgepresstem Leinöl erreicht man nur einen 20%igen Ertrag. Kaltgepresstes Leinöl ist klar und von hellgelber Farbe. Aus dem frischgepressten Öl müssen Schleimstoffe und wässrige Bestandteile entfernt werden, da sie die Trocknungsfähigkeit ungünstig beeinflussen und den Ölfilm feuchtigkeitsempfindlich machen.

 

 

 

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